Mehrgenerationenhaus Mathildenstift

Die Demenz-Wohngemeinschaft

 

Die Intention

In einer Situation, in der die häusliche Pflege und Fürsorge für den dementiell Erkrankten an ihre Grenzen stößt, kann ein Wechsel in eine geeignete Wohngemeinschaft angebracht sein. Selbst mit der Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst im häuslichen Umfeld ist die Belastung bei einer Demenzerkrankung für die Angehörigen oft so groß, dass diese langfristig über diese oder andere Alternativen nachdenken müssen. Nach dem Umzug in die Demenz-Wohngemeinschaft und einer Gewöhnungsphase für den neuen Mieter und seine Angehörigen wird die Entlastung in der Familie spürbar und beide können sich in entspannter Atmosphäre ohne Verpflichtungen begegnen und ihr Zusammensein genießen.

Das Wohnumfeld

In der Demenz-Wohngemeinschaft im Mehrgenerationenhaus Mathildenstift können insgesamt 9 Personen zusammen leben. Da die zur Verfügung stehenden Appartements gemietet werden, handelt es sich bei diesen Personen um Mieter. Angemietet wird der individuelle Wohnraum mit eigenem Bad. Die gemeinsam genutzten Räume (Wohnzimmer und Küche) werden anteilig gemietet. Während die Appartements unmöbliert sind und von jedem Mieter selber eingerichtet werden, sind der helle Gemeinschaftsraum mit der offenen Küche einladend gestaltet.

Pflege, Betreuung und Gemeinschaft in der Demenz-Wohngemeinschaft

Die Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz ist ihr Zuhause, in dem sie sich wohl fühlen sollen. Dazu trägt ein "normaler" Tagesablauf bei, der von dem Betreuungspersonal durch gemeinsame Mahlzeiten und Aktivitäten strukturiert wird.

Die Bewohner werden in ihren Fähigkeiten gefördert und bei der Gestaltung des Alltags unterstützt. Individuelle Wünsche und Tagesrhythmen sollen gelebt werden können. Die Betreuenden kennen die Biographien, Vorlieben und Abneigungen der WG-Mitglieder und planen mit Hilfe dieser Informationen das Tagesprogramm. Die Betreuung ist über 24 Stunden am Tag sichergestellt.

Professionelle Pflege wird über einen ambulanten Pflegedienst sichergestellt, der über eine 24-Stunden-Rufbereitschaft auch nachts für die Betreuungskräfte erreichbar ist. Die pflegerische Versorgung kann aber auch komplett oder teilweise von den Angehörigen übernommen werden. Wie auch in der normalen Häuslichkeit verfügen die Angehörig mit dem erkrankten Menschen über das Pflegegeld.

Angehörige spielen in der Demenz-Wohngemeinschaft eine wichtige Rolle. Sie sind Partner bei der Umsetzung der Betreuungsziele. Sie vertreten die Interessen der Mieter. Hierzu finden in einer Demenz-Wohngemeinschaft einmal im Jahr Angehörigentreffen statt.

Hauswirtschaftliche Versorgung in der Demenz-Wohngemeinschaft

Da es sich um ein ganz gewöhnliches Mietverhältnis handelt, entscheiden die Angehörigen mit dem in die Wohngemeinschaft einziehendem Familienmitglied, welche Tätigkeiten, die in einem Haushalt anfallen, von der Familie selber übernommen oder in Auftrag gegeben werden. Hierbei geht es um die Reinigung des Appartements und um die Wäscheversorgung. Das Produzieren der Mahlzeiten und die dafür notwendigen Einkäufe gehören nicht dazu. Auch die pflegerische Versorgung kann komplett von den Angehörigen übernommen werden oder es wird ein ambulanter Pflegedienst beauftragt. Auch eine Aufgabenteilung ist möglich. Angehörige spielen in der Demenz-Wohngemeinschaft eine wichtige Rolle. Sie sind Partner bei der Umsetzung der Betreuungsziele. Sie vertreten die Interessen der Mieter. Hierzu finden in einer Demenz-Wohngemeinschaft einmal im Jahr Angehörigentreffen statt.

Kosten

Die anfallenden Kosten zum Leben in einer Demenz-Wohngemeinschaft ergeben sich aus der Warmmiete, der Betreuungspauschale und dem Haushaltsgelt.

Die Mietkosten entsprechen der aktuellen Sozialmiete plus der gesetzlichen Nebenkosten. Die MieterInnen können bestehende Wohngeldansprüche geltend machen.Die Betreuungspauschale ist in Zusammenarbeit mit dem Sozialamt vereinbart. Sie beträgt 1.660,00 € monatlich. In Einzelfällen kann das Sozialamt diesen Betrag fördern.

Das Haushaltsgeld beträgt 250,00 € pro Monat.

Angehörige können bei der Krankenkasse einen Wohngruppenzuschlag beantragen. Bei Bewilligung erstatten die Kassen 204,00 € monatlich.